Erläuterung

Die Anwendung des Reframingcoachings in Verbindung mit einer tranceinduzierten Tiefenentspannung zur Auflösung von Glaubenssätzen, Erfolgsblockaden und vormals „problembelasteten“ gelernten und wieder erinnerten Situationen ist vielfältig.

Raucher und Nichtraucher gleichzeitig sein

Glauben Sie, dass man Raucher und Nichtraucher gleichzeitig sein kann? Oder widerspricht sich dies?

Sie sind doch auch Esser und Nichtesser gleichzeitig? Dreimal täglich (von Mensch zu Mensch unterschiedlich) essen Sie, aber die meiste Zeit essen Sie nicht. Wo liegt der Unterschied zum Raucher bzw. Nichtraucher?

Die meisten Menschen glauben, man kann nur entweder Raucher oder Nichtraucher sein. Entweder macht raucht oder man tut es nicht. Diese Unterscheidung liegt auf der Hand, denn Rauchen ist verbunden mit einer Nikotinabhängigkeit und somit eine Sucht. Aber stimmt das überhaupt?

Was ist eigentlich eine Sucht?

Abhängigkeit (umgangssprachlich Sucht) bezeichnet in der Medizin das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und die sozialen Chancen eines Individuums. In den Fachgebieten Psychologie und Psychiatrie werden verschiedene Formen von Abhängigkeit beschrieben:

  • Abhängigkeitssyndrom durch psychotrope Substanzen (substanzgebundene Abhängigkeit, stoffliche Abhängigkeit, s.a. Toleranzentwicklung)
  • Schädlicher Gebrauch von körperlich nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen
  • Substanzungebundene Abhängigkeit (nichtstoffliche Abhängigkeit), sowie
  • Co-Abhängigkeit, wenn Tun oder Unterlassen von Bezugspersonen die substanzgebundene Abhängigkeit einer Person stärkt.

In zahlreichen offiziellen und inoffiziellen Einrichtungen wird der Begriff „Sucht“ allerdings weiterhin verwendet.

Im offiziellen Sprachgebrauch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) existierte der Begriff Sucht von 1957 bis 1963. Danach wurde er zunächst durch Missbrauch und Abhängigkeit ersetzt. Schließlich wurde nach 1969 das Missbrauchskonzept zugunsten vier definierter Klassen des Gebrauchs verworfen:

  • Unerlaubter Gebrauch ist ein von der Gesellschaft nicht tolerierter Gebrauch.
  • Gefährlicher Gebrauch ist ein Gebrauch mit wahrscheinlich schädlichen Folgen für den Konsumenten.
  • Dysfunktionaler Gebrauch liegt vor, wenn psychische oder soziale Anforderungen beeinträchtigt sind.
  • Schädlicher Gebrauch hat bereits schädliche Folgen (Zellschäden, psychische Störung) hervorgerufen.

Diese Bezeichnungen haben in das ICD-10 Eingang gefunden, allerdings findet sich im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders-IV (DSM-IV) nach wie vor die Bezeichnung „Missbrauch“. Aufgrund dieser WHO Klassifikation sind missbräuchliche und abhängige Konsummuster im sozial-rechtlichen Sinne Krankheiten mit Rechtsstatus.

Der professionelle und wissenschaftliche Sprachgebrauch in den Bereichen Medizin, Psychiatrie, Psychologie und Soziale Arbeit bevorzugt mittlerweile die Formulierungen des ICD-10 und spricht von Abhängigkeit und speziell vom Abhängigkeitssyndrom für substanzgebundene Abhängigkeiten. Die Vermeidung des Terminus Sucht sollte die Stigmatisierung Erkrankter vermeiden und deutlich machen, dass es sich bei Abhängigkeiten um Krankheiten handelt. Die Begrenzung des Abhängigkeitssyndroms auf stoffliche Abhängigkeiten macht zudem auf Unterschiede zu nichtstofflichen Abhängigkeiten aufmerksam; dieser Begriff ist damit differenzierter als Sucht, welche unterschiedslos stoffliche und nichtstoffliche Abhängigkeiten umfasst.

In der American Psychiatric Association war die Ersetzung durch „Abhängigkeitssyndrom“ umstritten. Gegen die Verwendung des Suchtbegriffs wurde die damit einhergehende Stigmatisierung jener Betroffenen vorgebracht, die Medikamente, welche das Zentralnervensystem beeinflussen, einnehmen und damit nach der damals geltenden Definition als „süchtig“ galten. Der Begriff Sucht wurde von der American Psychiatric Association bis 1987 im DSM-III für das Abhängigkeitssyndrom verwendet.

In der Gesellschaft ist der Begriff Sucht weiterhin weit verbreitet und wird auch durch die Medien noch sehr häufig benutzt.

Ist gemäß dieser Definition das Rauchen eine Sucht bzw. besteht eine Abhängigkeit? Wird die freie Entfaltung einer Persönlichkeit beeinträchtigt und werden die sozialen Bindungen und Chancen eines Individuums zerstört? Dies ganz sicher nicht.

Umgangssprachlich versteht man unter einer Abhängigkeit, dass ein Betroffener sich nicht bewusst z.B. gegen einen Wirkstoff „entscheiden“ kann. Ist z.B. jemand Heroin-abhängig, ist eine bewusste Entscheidung gegen einen „Schuss“ nahezu unmöglich, weil die körperlichen Folgen, aber auch die psychischen Folgen eines Entzugs enorm sind. Ein Heroin-Abhängiger ist darauf angewiesen, fortwährend neuen „Stoff“ zu bekommen, also auch nachts.

Eine solche Abhängigkeit gibt es beim Nikotin nicht. Ein Raucher hat immer die Möglichkeit, sich bewusst gegen das Anzünden einer Zigarette zu entscheiden. Auch nachts steht kein Raucher extra auf, um Nikotin zu konsumieren.

Was führt dementsprechend dazu, dass ein Raucher das Gefühl hat, sich immer wieder eine Zigarette anstecken zu müssen?

Die Gründe, warum sich ein Raucher „abhängig fühlt“, sind vielfältig. So spielt es z.B. eine Rolle, dass die Medien suggerieren, dass Rauchen eine Sucht ist und zu einer Abhängigkeit führt. Wenn man dies tausendfach hört, dann glaubt man daran und hinterfragt diese Aussage nicht.

Des Weiteren kann es z.B. eine Rolle spielen, dass ein Raucher sich mit dieser Zigarette eine „Auszeit“ nimmt, um Stress oder sogar eine Überforderung zu vermeiden.

Bei Jugendlichen steht dagegen mehr im Fokus, zu einer Gruppe zu gehören oder mit der Zigarette die eigene Selbstbestimmung und Stärke zu demonstrieren.

Welche Hintergründe für die „gefühlte“ Abhängigkeit von Bedeutung sind, kann bei einem Reframingcoaching herausgefunden werden. Je nach Beweggrund kann ein Reframing dazu führen, die eigene Verantwortung und somit auch die Freiheit der Entscheidung zu erkennen und anzunehmen.

Voraussetzung für ein erfolgreiches Reframingcoaching ist lediglich, dass der Raucher aus freien Stücken diese Entscheidungsfreiheit anstrebt und ein Nichtraucher werden möchte. Nach einem erfolgreichen Reframingcoaching ist der Raucher aber Raucher und Nichtraucher gleichermaßen, weil er jederzeit die Freiheit hat, eine Zigarette zu rauchen, ohne das „Gefühl“ zu haben, abhängig zu sein. Er kann z.B. auf Partys rauchen, kann es aber auch jederzeit eigenverantwortlich sein lassen.

Wunschgewicht erreichen und halten

Was, glauben Sie, ist das wichtigste, um sein Wunschgewicht zu erreichen und zu behalten?
Die meisten Antworten lauten „gesund ernähren“ und „Sport treiben“. Aber ist dies wirklich so?

Selbstverständlich ist eine gesunde Ernährung immer empfehlenswert. Ich selbst verzichte z.B. komplett auf raffinierten Zucker (soweit dies möglich ist), habe Salz massiv reduziert und versuche, nur hochwertige Lebensmittel (überwiegend Bio) zu kaufen. Dies hat aber nichts mit meinem Gewicht zu tun, denn gewichtsmäßig habe ich mich seit meinem Abitur kaum verändert. Und dies, obwohl ich mich z.B. während meines Physik-Studiums wie ein typischer Student ernährt habe, ohne darauf an dieser Stelle detailliert eingehen zu wollen.

Auch einen Erreger für Fettsucht gibt es nicht, denn dann hätte die Pharmaindustrie schon längst einen Wirkstoff gefunden, der das „Dicksein“ reduziert.

Offensichtlich gibt es auch keine typische Diät, die langfristig helfen könnte. Ansonsten würde es nicht immer wieder eine neue „phantastische“ Diät geben, die 100%-ig hilft und das Fett verbrennen lässt.

Was tatsächlich hilft, ist eine einseitigere Ernährung, z.B. ein weitgehender Verzicht auf Kohlenhydrate, Low Carb genannt. Die Frage ist, ob es nachhaltig gesund ist, sich fast nur von tierischen und pflanzlichem Eiweiß zu ernähren.

Der entscheidende Punkt ist jedoch das „Denken“. Wenn man glaubt:

  • „Ich muss nur ein Stück Kuchen angucken, dann nehme ich zu.“

… dann wird das auch so sein. Das, was man denkt, glaubt und fühlt, wird geschehen.

Beim Reframingcoaching wird untersucht, warum z.B. ein „dick sein“ die aktuell gewünschte Option ist, welchen Nachteil ein Wunschgewicht hätte (ansonsten hätte man es) und welche Überzeugungen verändert werden müssen, um das Wunschgewicht als bestmögliche Zielvorstellung erscheinen zu lassen.

Sobald im Unterbewussten verankert ist, dass Essen nicht dick macht und das Wunschgewicht erreicht werden wird, wird kommen, was man sich wünscht, glaubt und fühlt.

Partner finden und partnerschaftsfähig werden

Wissen Sie, wie viele Singles es gibt? Die genaue Zahl kenne ich nicht, aber nach der Zahl der Partnerschaftsportale zu urteilen, wird es allein in Deutschland mehrere Millionen geben. Warum ist das so?

Es gibt sicher vielfältige Gründe dafür, warum es so schwierig zu sein scheint, den richtigen Partner fürs Leben zu finden. Zum Beispiel:

  • Die scheinbar unendliche Auswahl und „verführerische Gelegenheiten“ führen dazu, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.
  • Die Ansprüche an den „perfekten“ Partner sind durch Medien und Werbung gewachsen. Irgendetwas ist dann doch nicht „perfekt“.
  • Die Beeinflussung von außen, z.B. durch die Familie und Freunde, hat zugenommen (der/die passt nicht zu Dir).
  • Die Sozialisation, z.B. durch Begriffe wie Lebensabschnittsgefährte, führt unterbewusst zu einer reduzierten Bindungsbereitschaft.
  • Die „scheinbaren“ Alternativen, z.B. durch das Internet mit-samt der Partnerschaftsportale, führen zu einem „schnellen Aufgeben, falls es mal schwierig wird“.
  • Im Gegensatz zu früher ist eine Trennung weniger stigmatisiert, eine Scheidung schnell eingeleitet und durchgeführt.

Es gibt ganz sicher noch viele weitere Punkte, warum es so zu sein scheint, dass Beziehungen vielfach weniger intensiv geführt und schneller beendet werden.

Im Zuge eines Reframingcoachings schaut man sich an, was der Betreffende wirklich-wirklich-wirklich will und untersucht Situationen, die zu einer Partnerschafts- oder Bindungsunfähigkeit geführt haben können.

Letztendlich muss jedem klar sein, dass es nicht darauf ankommt, einen „perfekten“ Partner zu finden, sondern es geht nur darum, von dem für sich selbst „richtigen“ Partner gefunden zu werden und eine gute Beziehung jeden Tag immer wieder zu pflegen und zu ehren.

Je mehr man selbst bereit ist, seinen Partner zu schätzen und Liebe, Vertrauen und Respekt zu schenken, desto mehr wird man diese Gefühle selbst „geschenkt“ bekommen.

Glauben Sie mir, ich weiß wovon ich spreche. Ich habe es selbst erlebt und in dem Moment, wo ich „aufgegeben“ habe, habe ich am 13. November 1993 die „Richtige“ erkannt. Sie war nicht „mein Typ“, ich war nicht „ihr Typ“, aber irgendetwas war anders und fühlte sich richtig an. Aussagen von Freunden wie „die ist nichts für dich“ oder „das wird sowieso nicht halten“ wurden komplett ausgeblendet, das Unterbewusste fühlte etwas Anderes.

Wenn ich nun noch „gestehe“, dass wir die ersten 20 Tage unseres Kennenlernens genutzt haben, um uns unter irgendwelchen Vorwänden zu treffen und über alles zu reden, was uns wichtig war, dann wird es trotzdem ungewöhnlich klingen, dass man sich während dieser 20 Tage noch nicht einmal die Hand gegeben hat, geschweige denn in den Arm genommen oder womöglich geküsst hat, aber wir uns trotzdem schon auf die Vornamen unserer gemeinsamen Kinder verständigt haben. Und genau so ist es dann auch gekommen … Das Unterbewusste hat alles in die Tat umgesetzt, was wir uns vorgestellt, gefühlt und geglaubt haben.

Ist dies auch für Sie möglich? Ein klares Ja, wenn es gewünscht, geglaubt und darauf vertraut wird.

Allergien loswerden

Kennen Sie das? Das Frühjahr steht vor der Tür, die ersten Pollen fliegen, und die Augen tränen. Bei mir war das nicht anders, ist es aber, seitdem ich den „unterbewussten Grund“ für die Allergie auflösen konnte.

Was ist eigentlich eine Allergie?

Als Allergie (altgriechisch ἡ ἀλλεργία ‚die Fremdreaktion‘, aus ἄλλος állos ‚anders‘, ‚fremd‘, ‚eigenartig‘ und τὸ ἔργον to érgon ‚das Werk‘, ‚die Arbeit‘, ‚die Reaktion‘) wird eine überschießende krankhafte Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) bezeichnet.

Die allergische Reaktion richtet sich gegen von außen kommende Stoffe. Autoimmunreaktionen, also krankhafte Reaktionen des Immunsystems gegen Bestandteile des eigenen Körpers, werden nur dann zu den Allergien gezählt, wenn sie durch von außen in den Körper gelangende Stoffe und Partikel ausgelöst werden.

Neben den Allergien gibt es weitere Unverträglichkeitsreaktionen, z.B. die Pseudoallergie oder die Intoleranz, die mit einem ähnlichen Krankheitsbild wie eine Allergie einhergehen können. Da eine Allergie, eine Pseudoallergie oder eine Intoleranz ähnliche Symptome verursachen können, werden diese Begriffe im allgemeinen Sprachgebrauch undifferenziert und fälschlicherweise oft synonym verwendet. Richtiger wäre, solange die Diagnose nicht gesichert ist, die neutralen Begriffe Unverträglichkeit, Überempfindlichkeitsreaktion oder unerwünschte Nebenwirkung zu verwenden.

Für Allergien werden es eine ganze Reihe von Ursachen benannt:

  • Hygienehypothese
  • Umweltverschmutzung
  • Impfungen und andere medizinische Maßnahmen
  • Erhöhte und intensive Allergenexposition
  • Veränderungen in der kommensalen Flora
  • Lebensgewohnheiten
  • Genetische Faktoren
  • Gestörte Barrierefunktion der Haut
  • Stress

Spannend finde ich, dass auch psychische Faktoren (Stress) als Ursache in Erwägung gezogen werden. Ich selbst halte vor allem zwei Hauptaspekte für ausschlaggebend:

  • Physiologische Überbeanspruchung
  • Psychische Symptombetrachtung

Eine physiologische Überbeanspruchung kann z.B. vorliegen, wenn ein Fremdstoff in einer so hohen Konzentration auf den Körper wirkt, dass ein Abbau durch das Immunsystem kaum noch möglich ist oder zumindest nur zeitverzögert.

Bei einer psychischen Symptomanalyse gehe ich davon aus, dass eine psychisch bedingte Allergie nur ein Symptom ist, dass auf ein psychisches Problem aufmerksam machen „will“. Eine psychisch bedingte Allergie ist für mich nur „gelernt“ und kann auch wieder „verlernt“ werden.

Ich mache dies an meinem Beispiel deutlich. Ich selbst habe während meiner Pubertät eine Allergie entwickelt. Dabei ging es nicht so sehr um die Allergene, u.a. Blütenpollen, sondern um die Situation, die ich als „traumatisch empfunden“ habe, nämlich in einer Dissenssituation mit meinem Vater. Das Unterbewusste hat sich dabei alles „gemerkt“, was in dieser Situation bewusst nicht registriert wurde, nämlich die Umgebung, die Lichtverhältnisse, die Farben, die Geräusche, die Gerüche usw., und eben auch, dass sich Blütenpollen in der Luft befanden. Das Unterbewusste hat diese Bestandteile abgespeichert und verknüpft. Immer wenn mein Körper in der Folge Blütenpollen registriert hat, führte dies zu einer Abwehrreaktion.

Aufgelöst wurde das Ganze, nachdem ich diese Dissenssituation mit meinem Vater einvernehmlich und liebevoll auflösen konnte und ein Versöhnung mit den Begleiterscheinungen möglich war. Seitdem ist auch meine Allergie fast komplett aufgelöst.

Innerhalb eines Reframingcoachings schaut man sich an, welche belastenden Situationen in der Vergangenheit dazu geführt haben können, eine Allergie zu „erlernen“. Betrachtet man die Geschehnisse unter einem anderen Blickwinkel und versöhnt man sich mit allen Beteiligten und dem Erlebten, ist das „Verlernen der Allergie“ möglich.

Migräne verstehen und mindern

Auch hier kann ich wieder mit mir als Beispiel beginnen, denn ich habe „meine“ Migräne während meiner Pubertät „erlernt“.

Was ist überhaupt eine Migräne?

Die Migräne (von altgriechisch ἡμικρανία hēmikrānía ‚halber Schädel‘) ist eine neurologische Erkrankung, unter der rund 10% der Bevölkerung leiden. Sie tritt bei Frauen etwa dreimal so häufig auf wie bei Männern, ist vor der Pubertät aber zwischen den Geschlechtern gleich verteilt und hat ein vielgestaltiges Krankheitsbild. Dieses ist bei Erwachsenen typischerweise gekennzeichnet durch einen periodisch wiederkehrenden, anfallartigen, pulsierenden und halbseitigen Kopfschmerz, der von zusätzlichen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit (Photophobie) oder Geräuschempfindlichkeit (Phonophobie) begleitet sein kann.

Bei manchen Patienten geht einem Migräneanfall eine Migräneaura voraus, während der insbesondere optische oder sensible Wahrnehmungsstörungen auftreten. Es sind aber auch motorische Störungen möglich. Die Diagnose wird nach Ausschluss anderer Erkrankungen als Ursachen üblicherweise mit Hilfe einer Anamnese gestellt.

Da die Prävalenz der Migräne in den Industrieländern in den letzten 40 Jahren um den Faktor zwei bis drei zugenommen hat, kann angenommen werden, dass Umweltfaktoren und Lebensstil eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Migräne spielen. Migräne kann bei empfindlichen Personen durch spezielle Situationen oder Substanzen, sogenannte Trigger (Schlüsselreize), ausgelöst werden. Dazu zählen insbesondere hormonelle Faktoren, Schlaf, Stress, Lebensmittel und Umweltfaktoren. Diese Auslösefaktoren sind jedoch individuell sehr unterschiedlich und können mit Hilfe eines Kopfschmerztagebuchs in Erfahrung gebracht werden.

Zu den häufigsten Auslösern einer Migräne zählen Stress, unregelmäßiger Biorhythmus mit Schlafmangel oder zu viel Schlaf und Umweltfaktoren. Bei einigen Migränepatienten folgt ein Migräneanfall erst in der Poststress-Entspannungsphase („Wochenendmigräne“). Neben Geruchsreizen werden oft Wetterschwankungen als äußere Faktoren genannt, die eine Migräneattacke auslösen können.

Einer der wichtigsten Triggerfaktoren bei Frauen sind hormonelle Schwankungen. Über die Hälfte aller weiblichen Migränepatienten gibt den Menstruationszyklus als Auslöser einer Migräne an. Ein Migräneanfall kann insbesondere während der späten lutealen Phase des Zyklus oder während der einnahmefreien Zeit bei der Empfängnisverhütung mit oralen Kontrazeptiva auftreten.

Etwa zwei Drittel aller Migränepatienten sehen einen Zusammenhang zwischen dem Konsum bestimmter Lebens- und Genussmittel und dem Auslösen eines Migräneanfalls. Als wichtigster Migränetrigger dieser Gruppe gilt Alkohol. Darüber hinaus werden insbesondere glutamat-, tyramin-, histamin- und serotoninhaltige Lebens- und Genussmittel wie Rotwein, Schokolade und Käse als Auslösefaktoren genannt. Auch Kaffee wird häufig als ein Auslösefaktor empfunden.

Von vielen Patienten wird jedoch ein gesteigerter Appetit auf bestimmte Lebensmittel, der ein bekannter Vorbote einer bereits sich anbahnenden Migräneattacke ist, als Auslösefaktor fehlinterpretiert. Somit werden viele der ernährungsbedingten Faktoren als Ursache überbewertet. Wichtiger erscheint eine regelmäßige Ernährung ohne Auslassen von Mahlzeiten.

Auch einige Arzneimittel, insbesondere Stickstoffmonoxid freisetzende, gefäßerweiternde Substanzen (Vasodilatatoren), können einen Migräneanfall induzieren.

Es scheint also eine ganze Reihe von Auslösern zu geben, aber die in meinen Augen wichtigste Ursache ist nicht oder nur peripher aufgeführt.

Ein nach meiner Erfahrung extrem wichtiger Punkt bei einer Migränebetrachtung ist der Umstand, dass ein Migränepatient „sich selbst Stress macht“, indem alles „perfekt sein muss“. Durch diesen Perfektionismus kreisen die Gedanken immer und immer wieder um jede Kleinigkeit, das Gehirn kommt nicht zur Ruhe, das Bewusstsein wird überfordert, das Unterbewusste ruft irgendwann „Stop“.

Bei Migränepatienten hat das Reframingcoaching das Ziel, die Ursachen für diesen Perfektionismus herauszufinden, um im zweiten Schritt einen anderen Blickwinkel auf die auslösenden Situationen und die damit verbundenen Ansprüche an Perfektion zu ermöglichen. Wird der unterbewusste Grund für das „Anspruchsdenken an sich selbst“ reframt und ist dadurch ein Loslassen des „unbedingt perfekt sein wollens“ erreicht, dann besteht die Chance, die Migräneattacken massiv zu reduzieren.

Bei mir selbst hat diese Erkenntnis und das „loslassen und vertrauen“ sehr geholfen. Nur wenn ich in alte Verhaltensmuster in Stresssituationen verfalle und mich nicht zurücknehme und vertraue, habe ich noch Migräneanfälle. Zum Glück erkenne ich diese Zusammenhänge inzwischen sehr schnell und kann entsprechend darauf reagieren.

Angststörungen, Panikattacken und Phobien auflösen

Haben Sie vor irgendetwas Angst? Mit Verlaub, darauf können Sie nicht mit „Nein“ antworten, denn jeder Mensch hat vor irgendetwas Angst. Angst zu haben schützt, ist also von der Natur gewollt. Es kommt nur darauf an, ob die Ängste überborden und zu Panikattacken oder Phobien werden, die das eigene Lebensgefühl beeinträchtigen.

Was sind eigentlich Angststörungen, Panikattacken und Phobien?

Angststörungen ist ein Sammelbegriff für psychische Störungen, die gekennzeichnet sind durch exzessive, übertriebene Angstreaktionen beim Fehlen von einer akuten äußeren Gefahr oder Bedrohung. Typisch ist dabei eine diffuse, nicht-fassbare unspezifische Angst oder eine konkrete Furcht („Phobie“) vor einem Objekt oder einer Situation.

Angst versus Angststörung

Angst ist zunächst eine notwendige und normale Gemütserregung. Eine knappe Definition dessen, was unter „Angst“ zu verstehen ist, stammt von Karl Jaspers: „Ein häufiges und qualvolles Gefühl ist die Angst. Furcht ist auf etwas gerichtet, Angst ist gegenstandslos.“

Eine Definition von „Angststörung“ ist dagegen schwieriger zu formulieren. Die Kennzeichnung von Ängsten als „Störung“ stützt sich auf Kriterien, die der Orientierung dienen können, letztlich aber unscharf bleiben. Wir geben hier mehrere „Definitionen“ wieder, da jeder Autor andere „Kriterien“ als besonders wichtig für die Hineinnahme in seine Definition empfindet und durch die vergleichende Darstellung ein Höchstmaß an Einblick in die Komplexität der Störung entsteht. Klarer und einfacher ist dagegen die definitorische Kennzeichnung der „Phobie“ sowie die Abgrenzung der Phobien untereinander.

Eine Störung des Angsterlebens kann nach den Erkenntnissen der Wagnis­forschung aber auch in einem zu geringen Maß an Angst bestehen, was zu unbeherrschbaren Risikohandlungen verführen kann. Im Gegensatz zur Behandlung überdimensionierter Ängste besteht hier jedoch in der Regel kein unmittelbarer Leidensdruck.

Volker Faust (1995) nennt zwei Kriterien für die Abgrenzung der „krankhaften Ängste“ (im Sinne einer Störung) von den vielfältigen „angemessenen Ängsten“:

  • die „Unangemessenheit“ der Angstreaktion gegenüber den Bedrohungsquellen
  • die Symptomausprägung, wie Angstintensität, Fortbestehen der Angst (Persistenz), abnorme Angstbewältigung und subjektiver und körperlicher Beeinträchtigungsgrad.
  • Angst kann vor allem dann Krankheitswert erreichen, wenn
  • mögliche oder tatsächliche Bedrohung in ihrer Gefährlichkeit überschätzt werden (z.B. bei Herzphobie und Agoraphobie)
  • Angst ohne konkrete Gefahr und Bedrohungswahrnehmung auftritt (z.B. bei Panikattacken).
  • Angststörung versus Phobie

Phobien unterscheiden sich von konkreten oder gerichteten einfachen Ängsten definitionsgemäß dadurch, dass bei ihnen im Sinne der Angstabwehr eine unrealistische, durch den Willen unbeeinflussbare Verschiebung des Angstobjekts gegen bessere Einsicht erfolgt ist. Dadurch wird der Kreislauf unzureichender Angstabwehr auf immer weitere Gegenstände ausgedehnt, denen zwar jeweils eine geringere Angstbesetzung eigen ist, die jedoch zu immer ausgedehnteren Vermeidungshaltungen führen. Einfache Angststörungen bleiben dagegen diffus oder an reale Situationen bzw. an ein real in gewisser Weise nachvollziehbares Objekt gebunden.

  • Phobische Störungen
  • Agoraphobie (ICD-10 F40.0): Furcht vor oder Vermeidung von Menschenmengen, öffentlichen Plätzen, Reisen allein oder Reisen von Zuhause weg. auch: Enochlophobie.
  • Soziale Phobie (ICD-10 F40.1): Furcht vor oder Vermeidung von sozialen Situationen, bei denen die Gefahr besteht, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, Furcht, sich peinlich oder beschämend zu verhalten, zum Beispiel Paruresis.
  • Spezifische Phobien (ICD-10 F40.2). Diese können nach bestimmten Objekten oder Situationen unterschieden werden:
  • Tierphobien: zum Beispiel Angst vor Spinnen (Arachnophobie), Insekten, Hunden (Canophobie), Reptilien, Schlangen (Herpetophobie), Katzen (Ailurophobie), Mäusen
  • Situative Phobien: Flugangst, Höhenangst, Tunnel, Aufzüge, Dunkelheit
  • Natur-Phobien: zum Beispiel Donner, Wasser, Wald, Natur­gewalten
  • Anblick von Blut (Blutphobie), Spritzen-Angst (Trypanophobie), Verletzungen
  • Sonstige phobische Störungen (ICD-10 F40.8)
  • Phobische Störung, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F40.9)

Andere Angststörungen

  • Panikstörungen (ICD-10 F41.0): Spontan auftretende Angstattacken, die nicht auf ein spezifisches Objekt oder eine spezifische Situation bezogen sind. Sie beginnen abrupt, erreichen innerhalb weniger Minuten einen Höhepunkt und dauern mindestens einige Minuten an.
  • Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1): Eine diffuse Angst mit Anspannung, Besorgnis und Befürchtungen über alltägliche Ereignisse und Probleme über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten, begleitet von weiteren psychischen und körperlichen Symptomen.
  • Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2): Angst und Depression sind gleichzeitig vorhanden, eher leicht ausgeprägt ohne Überwiegen des einen oder anderen.

Was sämtlichen Ängsten, Angststörungen, Panikattacken und Phobien gemein ist, ist, dass sie allesamt „erlernt“ wurden. Natürlich nicht bewusst, wie man z.B. versucht, mathematische Formeln zu erlernen, sondern unbewusst ohne eine dahinterliegende Absicht, fast immer sogar ungewollt.

Wenn man etwas lernt, muss es logischerweise auch immer einen Zeitpunkt geben, an welchem etwas gelernt wurde. Neben dem Zeitpunkt gehören auch Rahmenparameter zu den Lernbedingungen, z.B. die Umgebung, die Beteiligten, die Situation usw.

Die Herausforderung beim Reframingcoaching besteht darin, herauszufinden, wann genau und mit welchen Rahmenbedingungen Lerninhalte verinnerlicht wurden, die in der Folge zu Ängsten, Angststörungen, Panikattacken und Phobien geführt haben. Wenn der Reframingcoach gemeinsam mit dem Betroffenen in der Lage ist, die auslösenden Situationen aufzuspüren und die Lerninhalte umzudeuten und das Gelernte liebevoll aufzulösen, dann ist es folgerichtig möglich, die damit verbundenen Symptome abzulegen.

Da nach meinen Erfahrungen oftmals nicht nur eine einzige Situation zu dem Gelernten geführt hat, ist es möglich, dass mehrere Sitzungen erforderlich sind, um alle als „traumatisch empfundenen“ Situationen zu erkennen, zu hinterfragen und zu reframen.

Stress und Burnout

Stress und Burnout bzw. Burnout-Syndrom sind in der heutigen Arbeitswelt die meistverbreiteten Gründe für krankheitsbedingte Fehlzeiten. Was versteht man eigentlich unter Stress und Burnout?

Stress

Stress (engl. für ‚Druck, Anspannung‘; lat. stringere ‚anspannen‘) bezeichnet zum einen durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und zum anderen die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung.

Nach dem aktuellen Allostase-Konzept kommt Stress vor allem eine zentrale Bedeutung dafür zu, sich physisch und psychisch an sich verändernde Umweltbedingungen anzupassen. Stress kann auch eine evolutive Wirkung haben mit der Folge, dass Belastungen besser ertragen oder letztlich durch eine entsprechende Stresstoleranz neutralisiert werden. Somit kann Stress durch Selektionsvorteile einzelner Individuen Adaptation und letztlich Artbildung bewirken. Durch genetische Fixierung von Merkmalen, welche Selektionsvorteile bewirken, können sich bestimmte erbliche Eigenschaften evolutiv durchsetzen. Beispiele solcher Eigenschaften sind Sukkulenz bei Pflanzen in Trockengebieten oder Sichelzellenanämie bei Menschen in Malariagebieten.

Der Begriff Stress wurde erstmals von Walter Cannon (1914, zit. nach Lazarus & Folkman, 1984) in Bezug auf Alarmsituationen verwendet (Fight-or-flight). Basierend auf diesen Arbeiten formulierte Hans Selye (1936, zit. nach Lazarus & Folkman, 1984) Stress als körperlichen Zustand unter Belastung, welcher durch Anspannung und Widerstand gegen äußere Stimuli (Stressoren) gekennzeichnet sei – das generelle Adaptationssyndrom (GAS). Hans Selye hatte den Begriff aus der Physik entlehnt, um die „unspezifische Reaktion des Körpers auf jegliche Anforderung“ zu benennen.

Mit der kognitiven Wende wurde der Bewertung (Appraisal) und der Stress-Bewältigung (Coping) von psychologischem Stress eine zentrale Rolle zugewiesen (Lazarus und Folkman, 1984). Es gibt bis heute keine Einigung auf eine Definition und eine konzeptionelle Operationalisierung von Stress (Kahn und Byosiere, 1992). Je nach Konzeptualisierung des Begriffs Stress existiert eine Vielzahl von Definitionsversuchen (Väänänen u.a., in press).

Das Auftreten von Stress bedarf jedenfalls einer sinnlichen Wahrnehmung des Stress auslösenden Reizes sowie einer nervlichen Weiterleitung eines solchen Reizes an eine reizverarbeitende Region des Körpers. Begleiterscheinung auf biochemischer Ebene ist dabei meist die Ausschüttung von Stresshormonen und anderen Sekreten aus Drüsen.1

Burnout

Burn-out oder Burnout, auch Burnout-Syndrom (englisch burn out ‚ausbrennen‘) ist ein Oberbegriff für Typen persönlicher Krisen, die eher mit unauffälligen Frühsymptomen beginnen und mit völliger Arbeitsunfähigkeit oder sogar Suizid enden können.

Burn-out geht mit emotionaler Erschöpfung und dem Gefühl von Überforderung, reduzierter Leistungszufriedenheit und evtl. Depersonalisation infolge Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität einher und ist der Endzustand eines Prozesses von idealistischer Begeisterung über Desillusionierung, Frustration und Apathie.

Die Symptomatik wird allerdings uneinheitlich beschrieben – Burisch identifizierte mehr als 130 Symptome – und überlappt mit der diverser anderer Störungsbilder (z.B. Depression).

Als Ursachen für Burnout wird häufig auf Stress rekurriert, wobei exogene Faktoren der (Arbeits-)Umwelt (z.B. unbefriedigende Aufwands-Ertrags-Balance), persönliche Dispositionen wie Perfektionismus oder die Unfähigkeit zur Abgrenzung diskutiert werden. Die Lebenszeit-Prävalenz von Burnout in Deutschland beträgt auf der Datengrundlage der bevölkerungsrepräsentativen „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)“ 4,2% und die 12-Monats-Prävalenz 1,5%.

Bei dem Begriff Stress sollte man noch zwischen positivem Stress und negativem Stress unterscheiden. Hat man z.B. eine psychische Herausforderung zu bestehen, die jedoch mit den Wünschen und Zielen des Betroffenen harmoniert, so kann man zwar auch von einer Stresssituation sprechen, die aber nicht als negativ oder übermäßig belastend empfunden wird, weil sie der Verwirklichung des eigenen Ichs dient.

Diese Unterscheidung ist bei einem Burnout-Syndrom nicht möglich. Bei einer emotionalen Erschöpfung und Überforderung ist eine Belastungsgrenze überschritten. Es spielt keine Rolle, ob zuvor die Aufgaben und Herausforderungen als zielführend empfunden wurden. Eine Überforderung bleibt eine Überforderung.

Um Stresssituationen zu reduzieren und ein Burnout-Syndrom zu vermeiden, ist es nach meiner Erfahrung zielführend, wenn nicht sogar notwendig, den Blickwinkel auf das Leben und die Lebenssituation zu verändern.

Stress kann man nur dann empfinden, wenn man die Vorstellung verinnerlicht hat, Anforderungen oder Erwartungen erfüllen zu müssen. Auch ein Burnout-Syndrom ist nur möglich, wenn man das, was man tut, nicht als Erfüllung ansieht und wertschätzt, sondern als belastend und überfordernd.

Innerhalb eines Reframingcoachings werden die Hintergründe der eigenen Überzeugungen und Glaubenssätze analysiert und neue Sichtweisen geübt. In dem Moment, wo man den Anspruch an sich selbst, reduziert und die belastende Situation unter einem gelassenen und liebevollen Blickwinkel neu betrachtet, ist das Vermeiden von Stresssymptomen möglich.

Mobbing vermeiden

Kennen Sie Situationen, in denen Kollegen oder sogar Sie selbst gemobbt wurden? Was versteht man dabei unter „Mobbing“?

Mobbing oder Mobben steht im engeren Sinn für „Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel, Betroffene aus dem Betrieb hinauszuekeln.“ Im weiteren Sinn bedeutet Mobbing, andere Menschen, in der Regel ständig bzw. wiederholt und regelmäßig, zu schikanieren, zu quälen und seelisch zu verletzen, beispielsweise in der Schule, am Arbeitsplatz, im Sportverein, im Altersheim, im Gefängnis und im Internet (Cyber-Mobbing).

Typische Mobbinghandlungen sind die Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen, die Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, Gewaltandrohung, soziale Isolation oder ständige Kritik an der Arbeit.

Umgangssprachlich ausgedrückt bedeutet Mobbing, dass jemand – zumeist am Arbeitsplatz, aber auch in anderen Organisationen – fortgesetzt geärgert, schikaniert, in passiver Form als Kontaktverweigerung mehrheitlich gemieden oder in sonstiger Weise asozial behandelt und in seiner Würde verletzt wird. Eine allgemein anerkannte Definition gibt es nicht. Die meisten Forscher betonen laut Christoph Seydl folgende Gesichtspunkte:

  • Verhaltensmuster: Mobbing bezieht sich auf ein Verhaltensmuster und nicht auf eine einzelne Handlung. Die Handlungsweisen sind systematisch, das heißt, sie wiederholen sich ständig.
  • Negative Handlungen: Mobbingverhalten kann verbal (zum Beispiel Beschimpfung), nonverbal (zum Beispiel Vorenthalten von Informationen) oder physisch (zum Beispiel Verprügeln) sein. Solche Handlungen gelten üblicherweise als feindselig, aggressiv, destruktiv und unethisch.
  • Ungleiche Machtverhältnisse: Die Beteiligten haben unterschiedliche Einflussmöglichkeiten auf die jeweilige Situation. Eine Person ist einer anderen Person unter- bzw. überlegen. Dazu ist kein Rangunterschied nötig. Eine Ungleichheit kann durch die bloße Anzahl bedingt sein: Viele Personen gegen eine Person.
    Opfer: Im Handlungsverlauf bildet sich ein Opfer heraus, das infolge ungleicher Machtverhältnisse Schwierigkeiten hat, sich zu verteidigen.
  • Dan Olweus betrachtet dagegen auch einzelne schikanöse Vorfälle als Mobbing, wenn diese sehr schwerwiegend sind.

Mobbing ist in unserer heutigen Gesellschaft ein Phänomen, das sich wie ein Virus zu verbreiten scheint. Man hört zumindest immer öfter von Mobbingattacken bis hinunter in die Schule.

Die Kernfrage ist, warum jemand mobbt oder jemand anderer gemobbt wird, sowie wie man dies verhindern oder vermindern kann. Da niemand mit dem Wunsch auf die Welt kommt, andere zu mobben oder gemobbt zu werden, ist auch dieses Verhalten „erlernt“. Dementsprechend sollte man es auch wieder „verlernen“ können.

Was in Mobbingsituationen auffällt, ist, dass es fast nie um Fakten geht, sondern um Meinungen, Gefühle, Erwartungen und Reaktionen darauf. Würden sich alle Beteiligten nur an den Fakten orientieren, würde das Mobbing sehr schnell ein Ende finden, vergleichbar mit einem Feuer, bei dem das Holz auf die „Faktengröße“ reduziert wird.

Einige wichtige Punkte dabei sind u.a.

  • Schenken Sie unwahren Behauptungen (Lügen) keine Beachtung.
  • Welche Lüge auch immer verbreitet wird, nichts kann Sie verletzen, solange Sie sich diesen Worten nicht öffnen, denn nur Sie sind Herr Ihres Geistes.
  • Reagieren Sie niemals negativ auf Kritik oder Vorwürfe.
  • Bleiben Sie bei sich und bei Ihrem Schwingungsniveau.
  • Bleiben Sie glücklich und liebenswert.

Innerhalb eines Reframingcoachings ist es das Ziel, die eigene Verantwortung zu erkennen und sich in die beteiligten Personen hineinzufühlen, um auf diesem Wege herauszufinden, was die eigentlichen unterbewussten Auslöser und Gründe für die abwertenden und ausgrenzenden Verhaltensweisen sind. Sobald man es schafft, die mobbenden Personen unter einem neuen Blickwinkel zu sehen und das Verhalten liebevoll anzuerkennen, wird sich das Verhalten und die Ausstrahlung der gemobbten Person dramatisch ändern können, so dass sich die Reaktionen der mobbenden Personen ändern und alle Beteiligten gemäß Actio = Reactio unbewusst und absichtslos aufeinander zugehen können.

Es ist mir klar, dass sich Situationen oftmals so vertrackt darstellen, dass die aufgeführten Punkte schwierig umzusetzen sind und eine Lösung kaum möglich erscheint. Tatsächlich habe ich jedoch andere Erfahrungen machen dürfen.

Depressionen

Eine Despression hat nichts mit einer temporären Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit zu tun, eine Depression ist eine ernste psychische Störung.

Typisch für sie sind gedrückte Stimmung, negative Gedankenschleifen und ein gehemmter Antrieb. Häufig gehen Freude und Lustempfinden, Selbstwertgefühl, Leistungsfähigkeit, Einfühlungsvermögen und das Interesse am Leben verloren. Diese Symptome treten auch bei gesunden Menschen zeitweise auf. Bei einer Depression sind sie jedoch länger vorhanden, schwerwiegender ausgeprägt und senken deutlich die Lebensqualität.

In der Psychiatrie wird die Depression den affektiven Störungen zugeordnet. Die Diagnose wird nach Symptomen und Verlauf (z. B. einmalige oder wiederholte depressive Störung) gestellt. Zur Behandlung werden nach Abklärung möglicher Ursachen Antidepressiva eingesetzt oder eine Psychotherapie durchgeführt, je nach Schweregrad einzeln oder auch kombiniert.

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird der Begriff depressiv häufig für eine normale Verstimmung verwendet. Im medizinischen Sinne ist die Depression jedoch eine ernste, behandlungsbedürftige und oft folgenreiche Erkrankung, die sich der Beeinflussung durch Willenskraft oder Selbstdisziplin des Betroffenen entzieht. Sie stellt eine wesentliche Ursache für Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung dar und ist an rund der Hälfte der jährlichen Selbsttötungen in Deutschland beteiligt.

Im Jahre 2011 wurde von mehreren Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) eine Versorgungsleitlinie zum Thema Depression erarbeitet. Sie empfiehlt, zur Diagnose nach ICD-10 zwischen drei Haupt- und sieben Zusatzsymptomen zu unterscheiden.

Die Hauptsymptome sind:

  1. Gedrückte, depressive Stimmung: Die Depression ist charakterisiert durch Stimmungseinengung oder bei einer schweren Depression dem „Gefühl der Gefühllosigkeit“ bzw. dem Gefühl anhaltender innerer Leere.
  2. Interessensverlust und Freudlosigkeit: Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer; Verlust der affektiven Resonanz, das heißt, die Stimmung des Patienten ist durch Zuspruch nicht aufzuhellen
  3. Antriebsmangel und erhöhte Ermüdbarkeit: Ein weiteres typisches Symptom ist die Antriebshemmung. Bei einer schweren depressiven Episode können Betroffene in ihrem Antrieb so stark gehemmt sein, dass sie auch einfachste Tätigkeiten wie Körperpflege, Einkaufen oder Abwaschen nicht mehr verrichten können.

Die Zusatzsymptome sind:

  1. verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  2. vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  3. Schuldgefühle und Gefühle von Minderwertigkeit
  4. negative und pessimistische Zukunftsperspektiven: Charakteristisch sind übertriebene Sorge um die Zukunft, unter Umständen übertriebene Beunruhigung durch Bagatellstörungen im Bereich des eigenen Körpers (siehe Hypochondrie), das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, der Hilflosigkeit oder tatsächliche Hilflosigkeit
  5. Suizidgedanken oder -handlungen: Schwer Betroffene empfinden oft eine völlige Sinnlosigkeit ihres Lebens. Häufig führt dieser qualvolle Zustand zu latenter oder akuter Suizidalität.
  6. Schlafstörungen
  7. verminderter Appetit

Ferner kann zusätzlich noch ein somatisches Syndrom vorliegen:

  • Interessenverlust oder Verlust der Freude
  • mangelnde Fähigkeit, emotional auf die Umwelt zu reagieren
  • frühmorgendliches Erwachen: Der Schlaf ist gestört in Form von vorzeitigem Erwachen, mindestens zwei Stunden vor der gewohnten Zeit. Diese Schlafstörungen sind Ausdruck eines gestörten 24-Stunden-Rhythmus.
  • Die Störung des chronobiologischen Rhythmus ist ebenfalls ein charakteristisches Symptom.
  • Morgentief: Häufig geht es dem Kranken vormittags besonders schlecht. Bei einer seltenen Krankheitsvariante verhält es sich umgekehrt: Es tritt ein sogenanntes „Abendtief“ auf, das heißt, die Symptome verstärken sich gegen Abend und das Einschlafen ist erschwert oder erst gegen Morgen möglich.
  • psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit: Die Hemmung von Bewegung und Initiative geht häufig mit innerer Unruhe einher, die körperlich als ein Leidgefühl wahrgenommen wird und sehr quälend sein kann (stumme Exzitation, lautlose Panik).
  • deutliche Appetitlosigkeit,
  • Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme („Kummerspeck“),
  • Auch kann sich das sexuelle Interesse vermindern oder erlöschen (Libidoverlust).

Depressive Erkrankungen gehen gelegentlich mit körperlichen Symptomen einher, sogenannten Vitalstörungen, Schmerzen in ganz unterschiedlichen Körperregionen, am typischsten mit einem quälenden Druckgefühl auf der Brust. Während einer depressiven Episode ist die Infektionsanfälligkeit erhöht. Beobachtet wird auch sozialer Rückzug, das Denken ist verlangsamt (Denkhemmung), sinnloses Gedankenkreisen (Grübelzwang), Störungen des Zeitempfindens. Häufig bestehen Reizbarkeit und Ängstlichkeit. Hinzukommen kann eine Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen.

Eine erste Hilfe bei einer Depression kann ein Reframingcoaching sein, bei dem der Betroffene in einer Tiefenentspannung gedanklich in möglichst alle Situationen hineingeführt wird, die ihn emotional belasten. Es ist wichtig, sich alle diese Erlebnisse anzuschauen, um sie unter einem anderen Blickwinkel neu betrachten zu können. Das Ziel ist es, dass die sich immer wieder um die gleichen Themen kreisenden Gedanken einer liebevollen Neubetrachtung weichen können.

In den meisten Fällen, zumindest bei einer echten Depression, ist der Weg der Omniatherapie angeraten. Dieses Thema behandle ich ausführlich in meinen Büchern zur Omniatherapie.

Pubertätsprobleme verstehen und reduzieren

Können Sie sich an Ihre Pubertät erinnern? Oder haben Sie womöglich pubertierende Kinder? Ich kann beides bejahen. Zum einen kann ich mich an einige Situationen in meiner Jugend erinnern, die ich heute mit elterlicher Erfahrung und genügend Abstand anders einschätze. Zum anderen habe ich zwei eigene Kinder und drei Pflegekinder aufwachsen sehen dürfen. Mein Sohn ist inzwischen 19 Jahre alt und aus dem Gröbsten raus, meine Tochter ist 17 Jahre alt und „mittendrin“. Die drei älteren Mädchen haben ihre pubertierenden Phasen schon lange hinter sich und sind z.T. schon selbst Mutter.

Insofern dürfen Sie mit glauben, dass ich weiß, wovon ich rede, wenn es um das Thema „Pubertät“ geht, die wie folgt beschrieben wird:

Unter Pubertät (von lat. pubertas „Geschlechtsreife“) versteht man etwa seit dem 16. Jahrhundert den Teil der Adoleszenz, in welchem der entwicklungsphysiologische Verlauf der Geschlechtsreifung als Ziel die Geschlechtsreife im Sinne von Fortpflanzungsfähigkeit erreicht und im weiteren Verlauf auch zu einem ausgewachsenen Körper führt. Dieser Abschnitt des Lebens beginnt, wenn die Hirnanhangdrüse ein hormonelles Signal an den Körper sendet, in bestimmten Organen verstärkt Geschlechtshormone herzustellen und ebenfalls in das Blut auszuschütten. Bei Jungen ist es in erster Linie das Testosteron, bei Mädchen das Östrogen.

Im Normalfall wird die Pubertät bei Mädchen zwischen dem zehnten und 18. Lebensjahr und bei Jungen zwischen dem zwölften und 21. Lebensjahr durchlaufen. In dieser Zeitspanne kommt es unter der deutlich erhöhten Konzentration der Geschlechtshormone dann bei beiden Geschlechtern zur vollständigen Ausprägung der sekundären Geschlechtsmerkmale, wie etwa der geschlechtsspezifischen Körperbehaarung.

Bei Mädchen beginnt in der Pubertät die Menstruation (Menarche) und kurz danach die Bildung von befruchtungsfähigen Eizellen (Ovulation) in den Eierstöcken, bei den Jungen die Spermienproduktion in den Hoden (Spermarche).

Der Beginn und der Verlauf der Pubertät werden nach neuesten Kenntnissen in erster Linie genetisch gesteuert, wobei den Pubertätsgenen KiSS1 und KiSS1R (ehemals GPR 54) eine besondere Bedeutung zukommt.

Während man früher annahm, dass sich die Sexualität des Menschen erst mit der Pubertät entwickelt, gilt es heute als anerkannt, dass der Mensch schon als Kind sexuelle Regungen hat.

Bei der Betrachtung von „Pubertätsproblemen“ geht es mir ausdrücklich nicht um die körperlichen Veränderungen. Für viel wichtiger erachte ich, wie sich das Denken und Fühlen verändern. Wie heißt es so schön:

  • „Wenn die Kinder in die Pubertät kommen, werden die Eltern komisch.“

Wenn man sich als Vater oder Mutter an die eigene Pubertät erinnern kann, hat man den Vorteil, dass man für die Heranwachsenden mehr Verständnis aufbringt, da man sich oftmals an die eigenen Jugendprobleme erinnern kann. Das bedeutet aber nicht, dass dieser Vorteil dazu führt, dass die „Herausforderungen“ zwischen Eltern und Kindern nicht „erlebt“ werden.

Die Hauptschwierigkeiten ergeben sich aus den unterschiedlichen Blickwinkeln und Erwartungshaltungen von Eltern und Kindern. Während Kinder unterbewusst davon überzeugt sind, dass sie alles „verdient“ haben und ein Recht auf Freiheit und Selbstverwirklichung haben, erwarten Eltern Dankbarkeit, Respekt und Anerkennung. Sobald diese gegenseitigen Erwartungshaltungen nicht erfüllt werden, greifen unterbewusste Mechanismen von Widerspruch, Enttäuschung, Ablehnung bis hin zu Aggressivität. Ich habe bisher keine Familienkonstellation kennenlernen dürfen, bei denen solche unterbewussten Abläufe vermieden wurden.

Entscheidend für ein Auskommen ist nach meiner Erfahrung ein gegenseitiges liebevolles Verstehen und Akzeptieren von persönlichen Erwartungen und respektvoller Selbstbestimmung, sowie Anerkennen der wechselseitigen Eigenbestimmtheit und der systemischen Position.

Innerhalb eines Reframingcoachings werden Situationen betrachtet, die zu einem emotionalen Auseinanderdriften der Familienmitglieder geführt haben. Es war dabei bisher immer ein erfolgreicher Weg, den Beteiligten einen anderen Blickwinkel zu ermöglichen, um ein gegenseitiges Verständnis zu schaffen.

Schule und Lernen machen endlich Spaß

Können Sie sich vorstellen, dass Schule Spaß machen kann oder sogar, dass man sich auf das Lernen freuen kann? Unglaublich, wie es scheint, aber eigentlich ist es gar nicht schwierig.

Die Kernfrage, die es zu klären gilt, ist das „Warum“? Warum lernt man? Lernt man, um die Eltern stolz zu machen? Lernt man, damit man sich irgendwie durch die Schulzeit „durchwurschteln“ kann? Oder gibt es einen anderen Antrieb?

Der entscheidende Punkt, ob die Schule und das Lernen Spaß machen, ist der emotionale Blickwinkel auf die Schule, die Lehrer, die Unterrichtsfächer und alles, was mit Schule und Lernen verbunden ist.

Wenn ich als Lehrer arbeiten würde, wäre es mein erster und wichtigster Schritt, jeden Schüler kennenzulernen und ihm aufrichtig deutlich zu machen, dass mir etwas an ihm und seinem Schulerfolg liegt. Ich würde ihn nach seiner Schulmotivation fragen, seinen Berufsweg kennenlernen wollen und ihm nachdrücklich zu verstehen geben, dass ich nur „sein“ Werkzeug bin, damit er seine Ziele erreicht. Dementsprechend würde ich ihn ermutigen, „mich als Werkzeug“ zu sehen und meine jederzeitige Unterstützung einzufordern. Natürlich immer in gegenseitigem Respekt und mit der gebotenen Anerkennung.

In dem Moment, wo man eine solche Basis schafft und dieses Mit-einander mit Leben füllt, ist es unmöglich, dass die Schüler sich nicht ernst genommen fühlen und respektvoll agieren, und zwar trotz einer schwierigen Sozialisation.

Da ich jedoch kein Lehrer bin, sondern als Coach, Therapeut, Trainer und Speaker Menschen bei der Bewältigung von Herausforderungen helfe, kann ich auf anderer Ebene ansetzen, nämlich z.B. bei Schülern.

In dem Moment, wenn ein Schüler seine Perspektive ändert und die Lehrer als „sein hilfsbereites Werkzeug“ anerkennt, das ihm hilft, seine Ziele zu erreichen, wird sich sein Verhalten gegenüber den Lehrern ändern.

Wenn darüber hinaus in einem Reframingcoaching die Nützlichkeit von Schule mitsamt aller Unterrichtsfächer verinnerlicht und das Lernen nicht als Last, sondern als Baustein für das Erreichen der eigenen Ziele verstanden wird, ist der wichtigste Schritt zu „Schule macht Spaß“ geschafft.

Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen stärken

Sind Sie selbstbewusst? Haben Sie Selbstvertrauen? Zwei Fragen, die einfach klingen, deren Beantwortung jedoch alles andere als simpel ist.

Gibt es einen Unterschied zwischen Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen?

Selbstbewusstsein

Selbstbewusstsein ist ein Begriff, der in mehreren Fachdisziplinen verwendet wird. Nach allgemeiner Auffassung ist dieser Begriff zuerst in der Philosophie definiert worden. Er spielt aber auch in der Soziologie, Psychologie und Geschichtswissenschaft eine bedeutende Rolle.

Der Begriff Selbstbewusstsein hat mehrere Bedeutungsebenen. Es gibt ein Selbstbewusstsein des Individuums, aber auch ein kollektives Gruppenselbstbewusstsein.

Zum einen wird darunter das aktive durch innere Denkvorgänge herbeigeführte Erkennen der eigenen Persönlichkeit verstanden (Selbsterfahrung, englisch „self-awareness“). Die Frage: „Wer oder was bin ich?“ kann als Ergebnis dieses Denkvorgangs beantwortet werden. Auch eine passive Zuschreibung, die Attribuierung durch andere denkende Lebewesen der Gruppe, führt zum Erkennen und Definieren der eigenen Person bzw. Persönlichkeit und trägt zur Entwicklung des Selbstwertgefühls bei.

Zum anderen beschreibt Selbstbewusstsein etwas, was im Englischen self-confidence oder self-assurance heißt. Confidence heißt „Vertrauen, Zuversicht“; assurance heißt „Gewissheit, Sicherheit, Vertrauen“. Ein selbstbewusster Mensch verspürt diese vier Dinge in so starkem Maße, dass er seiner Zukunft relativ optimistisch, angstfrei, sorglos und unbekümmert entgegengeht, also mit einem gut entwickelten Selbstvertrauen.

Allgemein wird Selbstbewusstsein als „das Überzeugtsein von seinen Fähigkeiten, von seinem Wert als Person, das sich besonders in selbstsicherem Auftreten ausdrückt“ definiert.

Selbstbewusstsein heißt das Bewusstsein seiner selbst.

Umgangssprachlich wird Selbstbewusstsein meist als positives Wertgefühl einer Person oder einer Gruppe in einem sozialen Wertkontext verstanden. Selbstbewusstsein wird demnach oft synonym verwendet für den Begriff Selbstwert. Ein hoher Selbstwert gilt demnach als großes Selbstbewusstsein oder Arroganz.

Selbstbewusstsein ist immer auf einen Werthorizont und – in anerkennender oder nicht anerkennender Weise – eine wertende Umgebung bezogen: Im ersten Fall wird das Selbstbewusstsein durch Eigenschaften und Fähigkeiten bestimmt, die den jeweils allgemein geltenden Wertvorstellungen mehr oder weniger entsprechen. Selbstbewusst ist, wer sich im Hinblick auf diese anerkannt fühlt. Selbstbewusst sein meint hier ein für gewöhnlich vorkritisches soziales Selbstwertgefühl, das man hat oder nicht hat, und das durch Aneignen sozial erwünschter Eigenschaften (wie Kollektivbewusstsein, Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit) oder Fähigkeiten gesteigert, oder im Fall des Misslingens, verringert werden kann. Als in besonderem Maße selbstbewusst gilt aber auch gerade derjenige, der sich als Individuum der wertkonformen Gruppe gegenüberstellt.

Die affirmative (positive) Konnotierung im allgemeinen Sprachgebrauch des Begriffs verstellt den reinen Wortsinn: Denn ein Modus des Selbstbewusstseins in diesem Sinne wäre beispielsweise nicht nur der Stolz, sondern ebenso die Scham.1

Selbstvertrauen (Selbstwert)

Unter Selbstwert (auch: Selbstwertgefühl, Selbstwertschätzung, Selbstachtung, Selbstvertrauen, oder unpräziser: Selbstbewusstsein, Eigenwert, umgangssprachlich auch Ego) versteht die Psychologie die Bewertung, die man von sich selbst hat. Das kann sich auf die Persönlichkeit und die Fähigkeiten des Individuums, die Erinnerungen an die Vergangenheit und das Ich-Empfinden oder auf das Selbstempfinden beziehen. Unterschieden wird nicht nur, ob der Selbstwert einer Person hoch oder niedrig ist, sondern auch ob er stabil oder instabil, kontingent oder nicht-kontingent, explizit (bewusst kognitiv) oder implizit (unbewusst affektiv erfahrungsbedingt), sicher oder fragil ist.

Laut Leary und Mitarbeitern dient der Selbstwert als ein Indikatior für die soziale Integration eines Menschen (Soziometer-Theorie). Nach dem kognitiven Modell von Aaron T. Beck wird der Selbstwert auch stark von Denkprozessen (Grundannahmen, automatische Gedanken, verzerrte Informationsverarbeitung) beeinflusst.

Äußere Faktoren können das Selbstvertrauen prägen, wenn bei bestimmten Anforderungen hinreichend objektive Gründe gegeben sind, wie zum Beispiel Methodenkompetenz, ausreichende Kenntnisse oder Erfahrungen, wiederholte Tätigkeiten in ähnlichen Situationen oder Ähnliches.

Selbstwert ist darüber hinaus auch eine politisch-moralische Kategorie, die beispielsweise die Gewissheit begründet, in einer bestimmten Situation „im Recht“ zu sein, bzw. ein zustehendes Recht wahrzunehmen, einzufordern oder zu erstreiten.

Selbstwertgefühl resultiert aus dem Vergleich der vermeintlichen subjektiven Fähigkeiten mit den Anforderungen, mit denen sich die Persönlichkeit konfrontiert sieht. Es lässt sich an ganz konkreten und zunehmend verallgemeinerten Anforderungssituationen bestimmen, zum Beispiel auch in psychologischen Tests. Ein hohes Selbstvertrauen gegenüber Anforderungen zeigt sich, wenn vorausschauend eingeschätzt wird, dass diese Situation gut gemeistert werden kann.

Der Grad des Selbstvertrauens hängt meist von der unterschiedlichen Befähigung für bestimmte Tätigkeiten ab und ist zeitlichen Änderungen (etwa durch Emotionen oder Müdigkeit) unterworfen.

Personen können situativ oder ständig ein inadäquates Selbstvertrauen haben, indem sie ihre Leistungsmöglichkeiten über- oder unterschätzen. Derartige Fehleinschätzungen entstehen auf der Grundlage individueller Besonderheiten, Einstellungen und anderer Eigenschaften.

Ein sehr hohes Selbstwertgefühl muss jedoch keineswegs günstig sein und kann sich zu Überheblichkeit entwickeln, was bei anderen Antipathie hervorruft.

Die Basis für einen sicheren Umgang mit sich und der Umwelt hängt eng mit dem Selbstvertrauen und dem Selbstwertgefühl zusammen. Die Selbstsicherheit bildet sich im Laufe der kindlichen Entwicklung aus:

  • über das Erzielen von Wirkungen – insbesondere von jenen, die beim Kind zu angenehmen, positiv erlebten Gefühlen führen;
  • das Erhalten von Wertschätzung und Anerkennung (als besondere Form sozialer Wirkung);
  • dem Identifizieren mit wichtigen Bezugspersonen, die selbst die nötige Selbstsicherheit haben und auf das Kind positiv reagieren;
  • in der späteren Entwicklung durch eine Balance zwischen erlebter Freiheit und der Verbundenheit zu Bezugspersonen.

Neben den im Laufe der Entwicklung wichtigen Faktoren zu einem gesunden Selbstwertgefühl, nennt der Psychologe Nathaniel Branden die folgenden Bedingungen, die „die sechs Säulen des Selbstwertgefühls“ bilden:

  1. Bewusstes Leben
  2. Selbstannahme
  3. Eigenverantwortliches Leben
  4. Selbstsicheres Behaupten der eigenen Person
  5. Zielgerichtetes Leben
  6. Persönliche Integrität

Authentische Selbstsicherheit und Selbstwertgefühl sind nach der Meinung Brandens in einem positiven Ansatz weitgehend abgekoppelt von der Rückmeldung eines Gegenübers.

Obwohl die Begriffe Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen häufig synonym verwendet werden, meinen sie doch etwas grundsätzlich Verschiedenes.

Wenn man sich seiner bewusst ist, weiß man, wer man ist, woher man kommt, was einen ausmacht. Dieses „sich seiner bewusst sein“ führt immer zu einem Verständnis für den eigenen Platz im Leben und in der Welt. Es kann einen „nichts mehr erschüttern“, da man sich der eigenen Einzigartigkeit und Besonderheit bewusst ist.

Ein anderer Schritt ist das „auf sich selbst vertrauen“. Nur wenn man sich seiner selbst und seiner Fähigkeiten bewusst ist, ist überhaupt ein „sich selbst vertrauen“ möglich.

Dieses „sich bewusst sein“ und das „sich selbst vertrauen“ sind tief im Unterbewussten verankerte Selbstreflektionen, die nichts mit „gespielten Zurschaustellungen“ und aufgesetzten Selbstverliebtheiten zu tun haben. Ein Mensch, der sich seiner bewusst ist und auf sich vertraut, hat es nicht nötig, sich in den Vordergrund zu rücken und einen Narzissten o.ä. zu „spielen“. Ein Mensch, der sich seiner bewusst ist, kann weder selbstverliebt, noch überheblich agieren. Dies haben nur Menschen „nötig“, die in Wirklichkeit nicht wissen, wo sie hingehören und ein gutes Maß an Minderwertigkeit fühlen, das sie zu überspielen versuchen.

Um innerhalb eines Reframingcoachings das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen zu stärken, ist es nach meiner bisherigen Erfahrung ausschließlich nötig, auf der unterbewussten Ebene die eigene Besonderheit, die weltweite Einzigartigkeit, das innere Herausragende erkennen zu lassen.

Bei tief verwurzelten negativen Glaubenssätzen, z.B. verbunden mit einem ausgeprägten Minderwertigkeitsgefühl, gehe ich ggfs. einen Schritt weiter und biete die Omniatherapie an, ggfs. in mehreren Sitzungen. Letztendlich habe ich damit bisher immer erfolgreich dazu beitragen können, das „sich selbst bewusst sein“ und das damit verbundene „sich vertrauen“ zu stärken.

Geld- und Erfolgsmagnet werden

Sind Sie schon ein Geld- und Erfolgsmagnet? Herzlichen Glückwunsch, dann können Sie dieses Kapitel überspringen. Allerdings kommt es selten vor, dass dieses „Selbstbildnis“ verinnerlicht ist. In den meisten Fällen wollen Menschen gerne Geld und Erfolg anziehen, aber irgendwie scheint immer etwas dazwischen zu kommen und die Zielvorstellung zu konterkarieren.

Würden alle Menschen wie ein Geld- und Erfolgsmagnet „denken“ und dementsprechend „wirken“, gäbe es, so behaupte ich, weniger Armut auf der Welt. Ich bin fest davon überzeugt, dass man durch sein Denken, Glauben und Fühlen Geld und Erfolg anziehen kann. Die Frage ist, wie dies möglich gemacht werden kann.

Der in meinen Augen erste und wichtigste Schritt ist es, seine eigenen Blockaden und Glaubenssätze zu erkennen, zu hinterfragen und im besten Fall positiv zu substituieren. Dass dies möglich ist, haben schon viele Menschen bewiesen, die „eigentlich keine Chance“ hatten, diese „Nicht-Chance“ aber mit beiden Händen ergriffen haben.

Bei Coachings und Trainings habe ich immer wieder festgestellt, dass die allermeisten Menschen sehr ähnliche Glaubenssätze verinnerlicht haben, die zu Blockaden führen. So hörte ich z.B. sehr häufig:

  • „Ich bin in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, darum komme ich nicht vorwärts.“
  • „Ich habe nicht die schulischen Voraussetzungen für Erfolg.“
  • „Ich habe nicht das kaufmännische Know-how, um Großes aufzubauen und zu erreichen.“
  • „Ich kann mich nicht weiterbilden, ich muss Geld verdienen.“
  • „Meine Lebensumstände lassen nicht zu, dass ich mehr erreichen kann.“

Kurz gesagt, es gibt immer „Gründe = Ausreden“ dafür, warum etwas nicht geht oder man etwas nicht erreichen kann. Wenn ich solche Glaubenssätze höre, gratuliere ich grundsätzlich zu dieser Überzeugung (Paradox-Intervention) und überhöhe diese Einschätzungen, z.B.

  • „Mir ist völlig klar, dass Sie in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen sind. Wahrscheinlich war es noch ärmlicher, als in den Slums in Indien. Vermutlich mussten Sie Brotkrumen von der Straße auflesen. Dass Sie überhaupt überlebt haben, grenzt an ein Wunder.“
  • „Stimmt, die schulischen Voraussetzungen sind ein Grund für Misserfolg. Na gut, viele Milliardäre haben noch nicht einmal einen Schulabschluss, aber die hatten sicher nur Glück. Dass Sie kein Abitur gemacht haben, ist ein Beleg dafür, dass Sie keinen Funken Grips haben und ganz sicher dazu verdammt sind, noch nicht mal erfolgreich ein Brötchen backen zu können.“
  • „Stimmt, ich hatte vergessen, dass man Betriebswirtschaft studiert haben muss, um ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen oder anderweitig erfolgreich sein zu können. Nur gut, dass nicht alle Unternehmensgründer dies wissen, ansonsten gäbe es viele der erfolgreichsten Unternehmen gar nicht. Bei Ihnen wird es auf jeden Fall stimmen, denn Sie haben bestimmt schon Schwierigkeiten, den Unterschied zwischen „Geld einnehme“ und „Geld ausgeben“ zu erkennen.“
  • „Da haben Sie recht. Eine Weiterbildung, z.B. an der Abendschule oder der Volkshochschule, ist Ihnen verwehrt. Da werden nur Menschen aufgenommen, die reich sind und somit Zeit haben, sich nebenbei weiter zu bilden. Diese Chance werden Sie nie haben, dafür müssen Sie erst einige Millionen verdienen.“
  • „Stimmt, die Lebensumstände sind bei Ihnen katastrophal. Sie leben unter der Brücke, können keine drei Worte fehlerfrei schreiben, sind gebeutelt vom Leben und haben überhaupt Glück, ihren Namen noch fehlerfrei aussprechen zu können. Das Leben kann manchmal hart sein, aber so schlimm, wie es Sie getroffen hat, habe ich das noch nie erleben müssen.“

Bei einer solchen Paradox-Intervention ist die Reaktion immer gleich, nämlich massiver Widerspruch, z.T. wird auch über meine Reaktion gelacht, wenn die Ironie meiner Worte sofort erkannt wird. Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass das eigene Denken hinterfragt wird, so dass man zum nächsten Schritt übergehen kann.

In einem weiteren Schritt wird bei einem Reframingcoaching geguckt, wann sich in welchen Situationen unterbewusste Glaubenssätze gebildet und verankert haben. In praktisch allen Fällen, die ich auflösen durfte, haben die Menschen sehr früh im Kleinkindalter, z.T. sogar im Mutterbauch, „gelernt“, was „richtig“ ist bzw. heute als „richtig“ und „gegeben“ angesehen wird.

Wenn diese Lernzeitpunkte mit traumatischen Erfahrungen verbunden sind, gehe ich zur Vorgehensweise der Omniatherapie über, da es nötig und zielführend ist, sich mit diesen Erlebnissen mitsamt aller emotionalen Verbindungen zu den beteiligten Personen zu versöhnen, um auf diese Weise die Belastungen und Glaubenssätze neu betrachten und auflösen zu können.

Wenn die Glaubenssätze sehr tief verankert sind, kann es notwendig sein, sich die Ursachen der Blockaden (Situationen) in mehreren Sitzungen anzusehen und die tief verankerten Bilder mehrfach zu hinterfragen und aufzulösen. Vor allem Glaubenssätze wie „Ich kann das nicht …“ oder „Ich bin es nicht wert …“ oder „Ich habe es nicht verdient …“ usw. sind meistens sehr tief verinnerlicht und bedürfen einer mehrfachen liebevollen Betrachtung und Neubewertung.

Subconscious-Mediation

Mediation ist ein so wichtiges Thema, dass ich überlege, hierüber ein separates Buch zu verfassen. Ich bin davon überzeugt, dass grundsätzlich jede Situation „heilbar“ ist, wenn nur alle Beteiligten es „wollen“.

Was versteht man im Normalfall unter Mediation?

Mediation (lateinisch „Vermittlung“) ist ein strukturiertes, freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes, bei dem unabhängige „allparteiliche“ Dritte die Konfliktparteien in ihrem Lösungsprozess begleiten. Die Konfliktparteien, auch Medianten oder Medianden genannt, versuchen dabei, zu einer gemeinsamen Vereinbarung zu gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht.

Der allparteiliche Dritte (ein Mediator oder ein Mediatoren-Team in Co-Mediation) trifft keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist lediglich für das Verfahren verantwortlich. Ob und in welcher Form ein Mediator selbst überhaupt inhaltliche Lösungsvorschläge macht, ist je nach Ausrichtung der Mediation unterschiedlich.

Die Mediation in ihrer heutigen Form entwickelte sich aus der Praxis der außergerichtlichen Konfliktregelung. Sie hat dabei Ansätze der Konflikt- und der Verhandlungsforschung, des psychologischen Problemlösens, der Psychotherapie sowie der Systemischen Therapie aufgegriffen. Eingeflossen sind auch Erkenntnisse aus den Fachgebieten Konflikt- und Kommunikationswissenschaft und Humanistische Psychologie, weshalb die Grundlagen des Verfahrens auf unterschiedlichen Quellen ruhen. In Deutschland hat sich das Verfahren seit etwa 1990 zunehmend etabliert und wurde auch empirisch evaluiert.

Die interdisziplinäre Entstehungsgeschichte der Mediation und ihre daraus folgende systematische Stellung zwischen psychosozialen, rechtswissenschaftlichen und verhandlungstheoretischen Ansätzen sowie das weitgehende Fehlen von (gesetzlichen) Vorgaben führen dazu, dass es nur wenige allgemein anerkannte oder gar zwingende Vorgehensweisen in der Mediation gibt.

Wichtigste Grundidee der Mediation ist die Eigenverantwortlichkeit der Konfliktparteien: Der Mediator ist verantwortlich für den Prozess, die Parteien sind verantwortlich für den Inhalt. Dahinter steht der Gedanke, dass die Beteiligten eines Konflikts selbst am besten wissen, wie dieser zu lösen ist, und vom Mediator lediglich hinsichtlich des Weges dorthin Unterstützung benötigen. Damit grenzt sich die Mediation von der direkten oder indirekten (d.h. durch Boten oder Gesandte ermöglichten) Verhandlung zweier Parteien, vom Schiedsspruch oder anderen Formen der Gerichtsbarkeit und von der Schlichtung ab.

Der Mediator gestaltet das Verfahren unter anderem durch die Vorschläge zur Struktur und durch Fragen, die auf die Klärung von Fakten und auf die Herausarbeitung der Bedürfnisse und Interessen der Parteien zielen. Inwieweit ein Mediator es auch als Teil der Mediatorenrolle betrachtet, inhaltliche Lösungsvorschläge zu machen, und inwieweit der Mediator auch Einzelbesprechungen mit den Parteien (als „Caucus“) durchführt, ist dabei je nach Ausrichtung der Mediation unterschiedlich; im angloamerikanischen Raum wird z. B. zwischen evaluative mediation, facilitative mediation, party-directed mediation und transformative mediation unterschieden.

Die Mediation ist ein Verfahren und keine Institution wie Schiedsgericht, Güte- oder Schlichtungsstelle. Es ist jedoch möglich, dass sich verschiedenste Institutionen der Mediation als Verfahren bedienen, soweit sie dem Wesen nach mit ihr vereinbar sind. Vom Mediator werden keine Entscheidungen getroffen, keine Empfehlungen und keine Vorschläge für eine mögliche Konfliktregelung formuliert.

Generell ist zwischen Mediation und professioneller Beratung zu unterscheiden: geben Mediatoren einen beruflichen Rat, so gehen sie über die Rolle des Mediators hinaus und übernehmen zusätzliche Verantwortungen und Verpflichtungen, welche ggf. von den Standards anderer Professionen unterliegen, etwa dem Rechtsdienstleistungsgesetz.

Mit der Schlichtung hat Mediation gemein, dass ohne Zustimmung der Parteien keine verbindliche Entscheidung gefällt wird. Insofern kann man sie als besonderes Schlichtungsverfahren bezeichnen. Allerdings zeichnet sich die Mediation gegenüber der Schlichtung dadurch aus, dass der Mediator die Entscheidung ganz den Konfliktbeteiligten überlässt, also auch keine Kompromissvorschläge macht. Ebenso ist das Verfahren mit der Tätigkeit einer Einigungsstelle nicht vergleichbar.

Weiterhin ist Mediation auch keine Form einer Psychotherapie. Im engeren Sinne läuft Mediation immer auf die Arbeit einer (oder mehrerer) den (Kommunikations-)Prozess strukturierenden und moderierenden Person(en) mit (allen) beteiligten Konfliktparteien hinaus.

Die Arbeit mit einer einzelnen Konfliktpartei ist keine Mediation, sondern Konflikt-Coaching.

Eine (in Deutschland) umstrittene Sonderform der Mediation ist die Shuttle-Mediation (auch Pendelmediation genannt), wie sie beispielsweise 1978 von Jimmy Carter bei den ägyptisch-israelischen Verhandlungen in Camp David eingesetzt wurde. Hier verhandelt der Mediator mit den Parteien in vertraulicher Einzelsitzung, auch caucus genannt. Insbesondere wenn die Parteien sehr zerstritten sind und wenn die spätere Harmonie nicht im Vordergrund steht, kann die Shuttle-Mediation das geeignetste Verfahren sein. Die (Telefon-) Shuttle-Mediation, die z. B. einige Rechtsschutzversicherungen bevorzugen, hat hauptsächlich das Ziel, Kosten einzusparen.

Meine Vorgehensweise bei einer Mediation geht über die beschriebenen Ansätze hinaus. Ich halte es für wichtig und zielführend, dass man die Ursachen für Entscheidungen und Verhaltensweise bei allen Beteiligten hinterfragt und ggfs. mit Hilfe eines Reframingcoachings oder, falls die Ursachen und Auslöser für die jeweiligen Haltungen, Überzeugungen und Vorbehalte sehr tief verankert sind, mit Hilfe der Omniatherapie auflöst.

Hintergrund meiner Einschätzung und Vorgehensweise ist die Erfahrung und die daraus resultierende Überzeugung, dass bei Situationen, die eine Mediation erforderlich erscheinen lassen, eher selten rationale Fakten zu einer verfahrenen Situation führen, sondern fast immer emotionale Reaktionen, die auf unterbewusste Verhaltens- und Reaktionsmuster zurückzuführen sind.

Die Herausforderung bei meiner Vorgehensweise besteht darin, alle Beteiligten dafür zu gewinnen, die wahren Ursachen und Auslöser, die tief im Unterbewussten verankert sind und meistens auf frühkindlichen Erfahrungen beruhen, zu analysieren und mit den aktuell „schwierigen“ Situationen in Verbindung zu bringen, um eine Neubewertung unter einem anderen Blickwinkel zu ermöglichen.

Ich nenne meine Vorgehensweise Subconscious-Mediation, weil man sich dabei nicht nur die gegenüberstehenden Parteien und deren Einschätzungen und Erwartungen ansieht, sondern sehr viel tiefer geht und die im Unterbewussten (Subconscious) verankerten Auslöser und Gründe für die Reaktionen und Kontroversen analysiert.

Die Subconscious-Mediation ist insbesondere für Situationen geeignet, die so verfahren sind, dass eine normale Mediation kaum noch Aussicht auf Erfolg hat. Der „Nachteil“ der Subconscious-Mediation ist aber, dass die Beteiligten bereit sein müssen, sich ihren unterbewussten Glaubensmustern, Blockaden und Ängsten zu stellen, um sie innerhalb eines Reframingcoachings (in sehr schwierigen Fällen mit einer Omniatherapie) aufzulösen.

Dabei ist die Vorgehensweise im ersten Schritt ähnlich wie bei der Shuttle-Mediation; es werden alle Beteiligten unter vier Augen befragt, wobei der Fokus nicht darauf ausgerichtet ist, „was“ der jeweils Beteiligte sagt, sondern vor allem, „wie“ es gesagt wird, welche Emotionen eine Rolle spielen und wie der Verhandlungspartner „gesehen“ wird.

Sobald man alle Fakten zusammengetragen und alles „emotionale Beiwerk“ separiert hat, folgt als nächster Schritt, herauszufinden, was die Auslöser und die Hintergründe für das „emotionale Beiwerk“ sind, denn erst wenn diese „Baustellen“ hinterfragt und beseitigt sind, ist es allen Beteiligten möglich, die Dissenssituation emotionsfrei und faktenorientiert zu betrachten.

Eine solche Subconscious-Mediation ist in praktisch allen Lebensbereichen anwendbar, also im Familienumfeld, bei gesellschaftlichen Dissonanzen usw., ist aber speziell entwickelt worden für den Business-Bereich, weil der Aufwand einer solchen Subconscious-Mediation erheblich ist.

Grundsätzlich ist es aber denkbar, nahezu alle Probleme (Symptome) zu analysieren, Ihnen auf den Grund zu gehen und sie „überflüssig“ zu machen. Es kommt in erster Linie darauf an, wie tief man beim Coaching bzw. bei der Therapie das Unterbewusste erreichen kann und die Möglichkeit hat, die Ursachen „bewusst“ zu machen. Für tiefersitzende Probleme ist jedoch speziell die Omniatherapie entwickelt worden, siehe auch www.OMNIATHERAPIE.com.