Das Unbewusste bei Sartre

Jean-Paul Sartre hat als Philosoph des 20. Jahrhunderts und als Hauptvertreter des Existentialismus die freudsche Psychoanalyse in Frage gestellt. In seinem Hauptwerk, Das Sein und das Nichts, das als existentielle Psychoanalyse gesehen werden kann, kritisiert er die Erkenntnisse Freuds über das Unbewusste und bewertet sie als zumindest mangelhaft:

„Und woher ‚käme‘ denn das Bewusstsein, wenn es von irgendetwas ‚kommen‘ könnte? Aus den Dunkelzonen des Unbewussten? Wie können diese Dunkelzonen existieren und woraus gewinnen sie ihre Existenz? Wir können absolut nicht mehr verstehen, wie diese nicht-bewussten Gegebenheiten, die ihre Existenz nicht aus sich selbst gewinnen, fortbestehen und gleichzeitig nicht die Kraft finden, ein Bewusstsein hervorzubringen.“

Für Sartre erstreckt sich das psychische Faktum deshalb vollständig auf das Bewusstsein:

„[…] Der grundlegende Entwurf [wird] vom Subjekt vollständig gelebt […] und [ist] als solcher total bewusst […]“, was aber nicht bedeute, so Sartre, „dass er von ihm zugleich erkannt werden muss, ganz im Gegenteil“

Schließlich wird explizit auf den Unterschied zwischen Bewusstsein und Erkenntnis hingewiesen:

„Die Reflexion kann zwar, wie wir gesehen haben, als eine Quasi-Erkenntnis aufgefasst werden. Aber was sie in jedem Augenblick erfasst, ist nicht der reine Entwurf des Für-sich, wie er sich symbolisch – und oft in verschiedenen Weisen gleichzeitig – durch das von ihr wahrgenommene konkrete Verhalten ausdrückt: es ist das konkrete Verhalten selbst […].“

Für das Unbewusste bleibt bei Sartre in seiner existentiellen Argumentation keine Lücke, insofern:

„[…]die Beziehung des Bewusstseins zum Körper [eine] existentielle Beziehung [ist] [und] […] das Bewusstsein seinen Körper nur als Bewusstsein existieren kann.“

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Unbewusste, 01.09.2014)